Freundeskreis Oberland e.V.

Selbsthilfegruppe für Alkoholabhängige, deren Partner und Angehörige

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Lebendige Partnerschaft

Aller 2 Jahre schallt der Ruf: "Die Sachsen kommen" durch das Lipperland und so war es auch wieder am 13.Mai 2010 als 16 Freundinnen und Freunde des Freundeskreises Oberland e.V. mit 2 Personentransportern nach Lage starteten. Grundlage des diesjährigen Erfahrungsaustausches ist die seit 1993 bestehende feste Partnerschaft zwischen unseren Selbsthilfevereinen.
Als Themen für den Erfahrungsaustausch hatten wir uns in der Vorbereitung auf diese Schwerpunktthemen geeinigt:
• Suchtgedächtnis: was ist das eigentlich?
• Sucht im Alter
• Aktuelle Probleme der Hilfe zur Selbsthilfe
Der Anreisetag endete mit einer gemeinsamen Gruppenveranstaltung und wir wurden von unseren Gastgebern herzlich begrüßt. Die Vorsitzenden der Freundeskreise berichteten über die aktuelle Situation in den Gruppen und es gab auch in den ersten persönlichen Gesprächen viel Neues zu berichten.
Im Verlauf des Wochenendes war Herr Dr. Thomas Redecker, Leiter der Klinik am Hellweg in Oerlinghausen, Gast unseres Erfahrungsaustausches und er referierte über das sogenannte Suchtgedächtnis alkoholkranker Menschen, das sich im Stammhirn befindet, also in dem Teil des menschlichen Gehirns, das für die Steuerung wichtiger Körperfunktionen verantwortlich ist, die nicht oder wenig vom menschlichen Willen beeinflusst werden (z.B. Herzfrequenz, Atmung, Verdauung u.v.a.m.). Nur in diesem Zusammenhang sind Gefahrensituationen für einen oder häufige Rückfälle oder Rückfallursachen erklärbar. Auch Situationen und Auslöser, wenn z.B. trinken als Belohnung gehandhabt wird, speichert unser Gehirn sofort. Das Gehirn lernt, "Trinken" mit dem Erlebnis "gutes Gefühl" zu verbinden. Das geschieht über eine Reihe biochemischer Prozesse, die den Weg in den totalen Kontrollverlust fördern.
Damit waren wir auch beim Thema „Sucht im Alter“ angelangt. Hier konnten auch unsere Erfahrungen in der ehrenamtlichen Suchtkrankenhilfe bestätigen, das Sucht im Alter, häufig unerkannt und bewusst oder unbewusst nicht wahrgenommen, gar nicht selten ist. Diskutiert haben wir über die Möglichkeiten der Selbsthilfe, diesen betroffenen Menschen Hilfestellung zu einem sinnvollen Lebensabend zu geben. Eine enge Zusammenarbeit der Suchtselbsthilfe mit anderen sozialen Einrichtungen, Verbänden und Vereinen bietet hier viele Ansatzpunkte. Oftmals stößt die Selbsthilfe aber auch an die Grenzen ihrer Möglichkeiten.
Dabei lernten wir bei einer Fahrt durch das Weserbergland und im Freilichtmuseum Detmold die Heimat unserer Gastgeber kennen. Immer wieder beeindruckt die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit und die Ungezwungenheit der Gespräche, welche unsere Begegnungen mit unseren Freundinnen und Freunde im Lipperland zu unvergesslichen Erlebnissen werden lassen. Am Sonntag fuhren wir nach einer herzlichen Verabschiedung wieder in Richtung Schirgiswalde.

Bilder erinnern an unvergessliche Stunden


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