Freundeskreis Oberland e.V.

Selbsthilfegruppe für Alkoholabhängige, deren Partner und Angehörige

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Co- Abhängigkeit- ein Thema für Angehörige und Betroffene?

Im Freundeskreis Oberland haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, das wir möglichst viele Mitglieder und Teilnehmer in die Vorbereitung und Durchführung der Gruppengespräche einbeziehen. Am 06.März 2006 hatte sich Jana, die sich mit sehr viel Erfahrung und Gefühl für die Angehörigenarbeit einbringt, an das schwierige Thema Co- Alkoholismus herangewagt. In einem kleinen Fachvortrag verband sie Fachwissen mit eigenen Erfahrungen zum Thema und alle Teilnehmer hörten interessiert zu. Somit war die Grundlage für eine rege Diskussion geschaffen. Dafür, liebe Jana, herzlichen Dank!
Hier die wesentlichen Inhalte ihres Vortrages zur Problematik der Co-Abhängigkeit:

Die Liebe und der Suff...

Alkoholismus ist eine Krankheit.
Der Suchtkranke ist aber nicht allein von der Sucht betroffen. Die Sucht wirkt sich immer auf sein soziales Umfeld aus. Die Angehörigen des Suchtkranken tragen eine vielfache Belastung. Darauf reagiert der Körper oft mit psycho-somatischen Beschwerden.
Der Angehörige wird selbst krank, er kann Co-Abhängig werden.
Angehörige von Suchtkranken sind u.a. Partner-/in, Kinder, Geschwister, Eltern, Freunde-/in, Verwandte, Arbeitskollegen.
Co-Abhängigkeit erkennen
Angehörige unterstützen den Suchtkranken bis zur eigenen Selbstaufgabe. Sie kämpfen gegen die Sucht und das Suchtmittel und merken nicht, dass dieser Kampf vergeblich ist.
Anstatt dem Suchtkranken die Verantwortung für sein Verhalten zu lassen, übernehmen sie Verantwortung für ihn.
Der Angehörige beschützt den Suchtkranken vor Situationen, die ihn gezwungen hätten sich selbst der Realität zu stellen.

Die 3 Phasen der Co-Abhängigkeit

1. Beschützer- und Entschuldigungsphase
Der Angehörige verleugnet das Trinken gegenüber seinen Mitmenschen, er verschließt sich nach außen, vermeidet Kontakte mit Nachbarn, Freunden, Kollegen.
Der Angehörige ist bemüht für das Verhalten des Süchtigen Entschuldigungen und Erklärungen zu finden.
Wie z.B.:
"Er/sie hat heut einen schlechten Tag..."
"Er/sie ist gestresst von der Arbeit und brauch Ruhe..."
"Er/sie ist erkältet, kann heut nicht auf Arbeit..."
"Kinder seit still, Papa/Mama geht´s heut nicht gut..."

Der Angehörige lügt für den Suchtkranken.
Er fühlt sich unwohl mit dem Geheimnis der Sucht im Hintergrund.

2. Die Kontrollphase
Der Angehörige gibt die Hoffnung nicht auf, mit Liebe und Verständnis will er die Situation in den Griff bekommen. Sein Denken und Handeln dreht ich immer mehr, um "das Verhindern" des Trinkens. Wie z.B.:
- der Angehörige versucht so oft wie möglich um den Betroffenen zu sein, um ihn zu verwöhnen und unter Kontrolle zu haben
- er sucht nach Verstecken, um den Alkohol wegzukippen
- er schleicht dem Suchtkranken hinterher, um ihn beim Trinken zu ertappen
- er kontrolliert das Geld

Der Angehörige versucht alles, damit der Suchtkranke keine Gelegenheit hat zu trinken.
Er gibt seine eigenen Wünsche und Vorstellungen vom Leben immer mehr auf.
Konsumiert der Suchtkranke keinen Alkohol, geht es dem Angehörigen gut, ist er jedoch betrunken, sucht er die Schuld bei sich, fühlt sich verantwortlich und schlecht.

3. Anklagephase
Der Angehörige merkt, dass alles was er tut nicht hilft den Suchtkranken vom Trinken abzuhalten. Der Suchtkranke hat immer einen Trick mehr parat, um sich der Kontrolle zu entziehen. Der Angehörige ist ausgelaugt und wird zunehmend aggressiv. Wie z.B.:
"..wenn du nicht trinken würdest, würde nicht alles schief laufen..."
"...wegen dir haben wir ständig streit..."
"...du kümmerst dich um gar nichts mehr..."
"...ich habe alles versucht jetzt ist Schluss..."

Der Suchtkranke hört nur noch Vorwürfe , er trinkt weiter...

Der Angehörige glaubt nicht mehr an die Versprechungen des Suchtkranken, nicht mehr zu trinken. Er trägt sich mit dem Gedanken der Trennung oder sogar mit Selbstmord.

Wir möchten Ihnen helfen und Mut machen

Wir, das ist die Angehörigengruppe des Selbsthilfevereins "Freundeskreis Oberland e.V.".
Wir sind alle Angehörige von Alkoholkranken Frauen und Männern.
Sie treffen bei uns auf Gleichgesinnte. Menschen, die dieselben Probleme haben. Niemand wird gezwungen etwas zu sagen. Wer möchte kann einfach zuhören. Absolute Verschwiegenheit ist unser höchstes Gebot.

Sie sind nicht verantwortlich für das, was der Alkoholkranke macht oder unterlässt. Sie haben keine Schuld am Trinken des Alkoholkranken und
Sie müssen nicht schweigen.

Treff der Angehörigengruppe:
Jeden 4. Montag im Monat 18:00 Uhr in unseren Vereinsräumen

Gern sind wir auch bereit für Einzelgespräche, denn wir wissen aus eigener Erfahrung, wie unendlich schwer der 1.Schritt fällt. (bitte tel. vereinbaren)

Bei uns erhalten sie auch Info-Material zur Alkoholkrankheit für den Suchtkranken und für Angehörige.

Tel.: 03592 -30669
www.freundeskreis-oberland.de








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